

Der Stadtdechant der Stadt Bonn Wilfried Schumacher und der Geschäftsführer der SWB Energie und Wasser Peter Weckenbrock haben einen Rahmenvertrag zum Umstieg auf Naturstrom unterzeichnet. Damit ist der Weg für alle Bonner katholischen Kirchengemeinden und Institutionen geebnet, ab sofort aktiv das Klima zu schützen.
Bereits in der Startphase haben sich 29 Gemeinden für den Strom aus 100 Prozent regenerativer Energie entschieden. Das Bonner Münster selbst geht mit der zusätzlichen Nutzung von Fernwärme soweit, ganz auf fossile Energie zu verzichten.
„Es ist ein Gewinn für alle – besonders für Gottes Schöpfung“ sagte der Stadtdechant in seiner Stellungnahme vor der Presse. Es fehle zwar nicht an den moralischen Vorsätzen, wohl aber an der aktiven Umsetzung der Maßnahmen zum Klimaschutz. Nicht erst aufgrund des jüngsten Papiers des UN-Klimarates, der besagt, dass der Klimawandel durch menschliche Aktivität verursacht sei, stünden alle in der Verantwortung. „Angesichts der ethischen Tragweite und der Gefahr der Verletzung christlicher und humaner Grundwerte ist der Klimawandel ein Thema, dem sich gerade auch die Kirche stellen muss“, zitierte Schumacher die Deutschen Bischöfe, die bereits 2006 eindringlich mehr praktisches Engagement in diesem Bereich forderten.
Peter Weckenbrock, Geschäftsführer von SWB Energie und Wasser, bezeichnete die Vertragsunterzeichnung als einen „Meilenstein“. Die Kirchen seien damit „ein Leuchtturm, der anderen Mut machen soll“, denselben Schritt zu gehen. Die zum Rahmenvertrag beigetretenen Kirchengemeinden, die gemeinsam einen Jahresverbrauch von rund 1,7 Millionen Kilowattstunden haben, reduzieren den CO-2-Ausstoß um 1.100 Tonnen pro Jahr.
Diesem Projekt ging die ursprüngliche Überlegung voraus, mittels eines Rahmenvertrages für die Kirchengemeinden die Kosten für Gas und Strom zu senken. Die Idee des Gemeindeverbandes, dabei auf Naturstrom umzusteigen, fand in der Vollversammlung der Katholischen Kirchengemeinden großes Interesse. In der von der Vollversammlung eingesetzten „Arbeitsgruppe Naturstrom“, deren Mitglied Rosa Hemmers selbst auch anwesend war, wurde das Konzept ausgearbeitet und den Gemeinden vorgestellt. „In unserem Verantwortungsbereich wollten wir im Klimaschutz vorangehen. Dazu haben wir ein glaubwürdiges Produkt gewählt“, sagte Hemmers, wies aber gleichzeitig darauf hin, dass weitere Maßnahmen zum Naturschutz im Gange seien.
Das Lebenshaus Erde habe einen hohen Wert und es sei klar, dass es den Klimaschutz nicht zum Nulltarif gebe. Umso mehr freue es aber, dass für die meisten Gemeinden die Stromkosten gesenkt würden. Dies habe Vorbildcharakter. „Unser Gemeindeverband ist der erste, der im Erzbistum einen solchen Rahmenvertrag ausgehandelt hat. Und wir hoffen, dass andere unserem Bespiel folgen werden“, so der Stadtdechant. „Es ist ein Gewinn für alle – besonders für Gottes Schöpfung.“
Der bezogene Naturstrom wird durch das sog. „Grüne Stom Label Gold“ zertifiziert. Damit gibt jeder Endverbraucher einen zusätzlichen Wachstumsimpuls, da im Gegensatz zu vielen anderen Ökostromanbietern garantiert wird, dass von jeder verkauften Kilowattstunde mindestens ein Cent in den Aufbau von Neuanlagen zur Nutzung erneuerbarer Energien investiert wird. Auf diese Weise wurden bislang rund 700 Anlagen gefördert. Dabei gehe es aber um Anlagen in der Region. „Von dieser regionalen Wertschöpfung profitieren auch der Arbeitsmarkt und die Region als Standort für Fortschritt und Innovation“, erläuterte Schumacher.
Wie das Bonner Münster, werden auch die anderen Kirchengemeinden und Institutionen mit einer eigenen Plakette ausgezeichnet. Diese wurde zeichenhaft heute bereits dem Stadtdechanten für das Bonner Münster überreicht.
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SWB-Programm für Klimaschutz und Energieeffizienz
Als regionaler Energieversorger haben die SWB gemeinsam mit der Stadt Bonn Pionierarbeit geleistet. In den 90er Jahren, als Sonnenenergie oft noch als Thema belächelt wurde, haben die Stadtwerke Bonn ganz neue Fördermodelle entwickelt, viel Geld investiert und gemeinsam mit dem Handwerk und anderen Partnern einen Markt für die Solarenergie geschaffen und schon 1999 ein eigenes Naturstromangebot geschaffen, das sich aus Sonne, Wind und Biomasse speist und erfolgreich ist.
Klimaschutz betreibt SWB Energie und Wasser mit zahlreichen Projekten. Die SWB- Kraftwerke arbeiten effizient und schadstoffarm mit Kraftwärmekopplung, das heißt, sie erzeugen Strom und Fernwärme gleichzeitig. SWB Energie und Wasser fördert Erdgasfahrzeuge, bietet Blockheizkraftwerke im Miniformat an und hat ganz aktuell die lokale Effizienzkampagne Spar’s Dir geschaffen, bei der Energiesparen richtig Spaß macht.
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Anbieter mit und ohne Umweltziele
Wer sich für Ökostrom entscheidet, möchte etwas für die Umwelt tun und den Anteil regenerativ erzeugten Stroms an der Gesamtstromversorgung erhöhen. Da ist es gut zu wissen, dass die Stromanbieter mit verschiedenen Geschäftskonzepten arbeiten, die völlig unterschiedliche Auswirkungen auf den Kraftwerk-Mix haben. Die in der Regel teureren Ökostrom-Anbieter liefern zum Beispiel Strom nur aus neuen regenerativen Anlagen und investieren gezielt in erneuerbare Energien.
Andere, meist besonders günstige Anbieter, gewinnen ihren Strom aus bereits vor vielen Jahren in Betrieb gegangenen Wasserkraftanlagen. Sie verkaufen unter der Bezeichnung "Ökostrom" Energie, die nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz der Bundesregierung sowieso produziert und in das Stromnetz eingespeist werden muss. Den darüber hinausgehenden Ausbau regenerativer Energien fördern sie nicht.
Gütesiegel für mehr Information
Wer langfristig etwas ändern möchte, sollte deshalb Energieversorger unterstützen, die in neue regenerative Anlagen investieren und damit die "Energiewende" aktiv vorantreiben. Doch woher weiß man als Verbraucher, welches Energieversorgungsunternehmen wie arbeitet?
Aufschluss geben die beiden Ökostrom-Gütesiegel "Grüner Strom Gold/Silber" und "OK Power" sowie entsprechende "TÜV"-Zertifikate. Die Energieversorger müssen sich für diese Gütesiegel bewerben und für die Vergabe bestimmte Kriterien erfüllen.
Das "Grüner Strom" Label
Das "Grüner Strom"-Label wurde von verschiedenen Natur-, Umwelt- und Verbraucherschutzverbänden ins Leben gerufen, darunter der Bund für Umwelt und Naturschutz sowie der Naturschutzbund Deutschland. Es wird in Gold oder Silber verliehen.
Der mit "Gold" ausgezeichnete Strom stammt zu 100 Prozent aus regenerativen Quellen. Die Kunden zahlen pro Kilowattstunde einen Aufpreis, der für den Neubau von regenerativen Anlagen verwendet wird, die ohne diesen Zuschuss nicht rentabel wären.