

Sie ist umweltbewusst, zuverlässig und Kosten sparend: die Holzhackschnitzelanlage, die seit September 2006 Wärme für das Schulzentrum Bonn-Pennenfeld liefert. 72 Prozent der Heizungswärme und des Warmwassers, die das komplette Schulzentrum benötigt, hat diese Anlage 2007 produziert. Betreiber der Anlage ist die Gesellschaft für Energie- und Gebäudemanagement (EGM), eine Tochtergesellschaft der Stadtwerke Bonn.
2006 hatte die Stadt Bonn die Anlage, die auf regenerativer Energie basiert, ausgeschrieben. Die alte Heizungsanlage sollte durch eine Holzhackschnitzelanlage ersetzt werden. Das städtische Gebäudemanagement der Stadt (SGB) hat in der EGM einen kompetenten Partner für Planung, Betrieb, Wartung und Instandsetzung gefunden. „Jetzt nach dem Jahr 2007 zeigt sich, wie umweltbewusst und zuverlässig diese neue Heizungsanlage arbeitet“, bewertet EGM-Projektleiter Stefan Baginski die Ergebnisse des vergangenen Jahres. Rund 1300 Megawattstunden hat die Holzhackschnitzelanlage 2007 für das Schulzentrum, also für zwei Turnhallen, eine Grund-, Haupt- und Realschule, geliefert. Dies sind 72 Prozent des Gesamtbedarfs an Heizungswärme und Warmwasser.
Rund 2,9 Millionen Euro auf 20 Jahre hochgerechnet kostet dieses neue Heizenergiecontracting die Stadt. Das ist preiswerter, als hätte die Stadt die Anlage selbst eingebaut, denn nach vorliegenden Berechnungen wären sonst insgesamt rund 3,5 Millionen Euro für 20 Jahre fällig. Auch wenn man die Preisentwicklung bei fossilen Brennstoffen und bei Holzhackschnitzeln vergleicht, ist die vorgesehene neue Anlage eindeutig günstiger. Bereits 2005 lag die Energiekostensteigerungsrate von fossilen
Energieträgern um 25 Prozent höher als bei den Holzschnitzeln. Selbst wenn man nur 1 Prozent pro Jahr Steigerung von Gas gegenüber den "Schnitzeln" zugrunde legt, spart man mit der neuen Technik in 20 Jahren 46.000 Euro. Und nicht nur das: Das Heizen mit der immer wieder nachwachsenden Energiequelle Holz hat auch noch eine eindeutig bessere Umweltbilanz.
Wie funktioniert die Anlage? Einmal die Woche schüttet ein Kooperationspartner aus dem Sauerland Holzhackschnitzel in einen 100 Kubikmeter-Bunker, der an den Heizungskeller des Schulzentrums grenzt. Es ist ausschließlich Waldrestholz, das geschreddert und getrocknet in den Bunker gekippt wird. Die Holzhackschnitzel fallen über einen Schubboden und werden im Heizungskeller zum Kessel geschoben, so dass der Holzkessel stetig Holzhackschnitzel verbrennen und Wasser auf 80 bis 90 Grad erhitzen kann. Der Kessel erzielt eine Wärmeleistung von 350 bis 450 Kilowatt und wird von zwei Erdgas-Brennwertkesseln flankiert, die 2007 die zusätzlich benötigten 28 Prozent zur Gesamtleistung erbracht haben.
Die Contracting-Anlage, die ein Investitionsvolumen von ca. 600.000 Euro durch die EGM erfordert hat, reguliert die Kessel, die Zuführung der Wärmeleistung ins Heizsystem und auch die Abgabe der gefilterten Abgase. „Dies ist eine der saubersten Anlagen, die in Bonn steht“, sagt Stefan Baginski. „Das attestiert uns regelmäßig der Schonsteinfeger.“ Die Holzhackschnitzelanlage spart im Vergleich zur alten Heizung des Schulzentrums 460 Tonnen CO-2 pro Jahr ein. Das entspricht dem CO-2-Ausstoß von 130 Einfamilienhäusern mit Erdgasheizungen pro Jahr. Und spart dazu auch noch Kosten, denn die neue Anlage arbeitet wirtschaftlicher als vergleichbare herkömmliche Anlagen. „Das ist ein erfolgreiches Projekt“, sagt denn auch Stefan Baginski. „Eine umweltfreundliche, zuverlässige und interessante Alternative zu herkömmlichen Heizungsanlagen.