

Ein privates Kraftwerk, das Wärme und Strom erzeugt, steht seit Anfang des Jahres im Heizungskeller des Bonner Hotel-Restaurants „Altes Treppchen“. Es ist bereits das zweite innovative Energieprojekt der SWB Energie und Wasser, das gemeinsam mit den Inhabern des gastronomischen Betriebs, den Gebrüdern Dung, realisiert wird.
Bereits 2006 hat dort Bonns erstes Brennstoffzellen-Kraftwerk Wärme und Strom erzeugt. Nun arbeitet an seiner Stelle eine Mikro-Kraft-Wärme-Kopplungs-Anlage, die auf Basis eines so genannten Stirling-Motors arbeitet. Diese innovative Energietechnologie hat Peter Weckenbrock, Geschäftsführer der SWB Energie und Wasser, am Donnerstag, 6. März, in einem Pressetermin im „Alten Treppchen“ vorgestellt.
Es ist eine kleine und leise Revolution, die sich im Heizungskeller des „Alten Treppchens“ vollzieht. Das Kraftwerk, das ungefähr so groß ist wie eine Geschirrspülmaschine, liefert nicht nur Strom für den eigenen Bedarf und Heizwasser, sondern bietet auch die Möglichkeit, überschüssigen Strom ins Netz einzuspeisen. In Zusammenarbeit mit e.on Ruhrgas und der Gesellschaft für Energie- und Gebäudemanagement Bonn (EGM), einem Tochterunternehmen der Stadtwerke Bonn, wird dieses Projekt seit Anfang dieses Jahres realisiert.
In der Mikro-Kraft-Wärme-Kopplungs-Anlage der Firma WhisperGen aus Neuseeland arbeitet ein Stirling-Motor, eine Wärmekraftmaschine, die mittels drastischer Temperaturunterschiede mechanische und thermische Energie erzeugt. Betrieben wird das Gerät mit Erdgas. Der Stirling-Motor ist schon 1816 von dem Schotten Robert Stirling erfunden worden. Es ist nach der Dampfmaschine die zweitälteste Wärmekraftmaschine. Der Stirling-Motor gewinnt nun wieder an Bedeutung, da es die Technologie der Kraft-Wärme-Kopplung ermöglicht, den erzeugten Strom ohne Leitungsverluste direkt vor Ort zu nutzen.
„Wir freuen uns sehr, dass wir wieder mit den Inhabern des ‚Alten Treppchens“ kooperieren“, sagte Peter Weckenbrock, Geschäftsführer von SWB Energie und Wasser. „Nach dem ersten erfolgreichen Projekt mit dem Brennstoffzellen-Kraftwerk ist die Mikro-BHKW-Anlage nun ein weiterer Baustein in unserer Strategie der nachhaltigen Energieerzeugung.“ Das regionale Versorgungsunternehmen wolle diese innovative Energietechnologie in der Praxis testen und erforschen lassen und gemeinsam mit dem Kooperationspartner e.on Ruhrgas weiterentwickeln. „Die Mikro-BHKW-Anlage arbeitet effizient und sauber, die CO-2- und anderen Emissionen sinken“, sagte Peter Weckenbrock. „Das ist eine umweltschonende Technologie, die eigenen Strom erzeugt; eine Technologie, wie wir unbedingt fördern wollen.“
Die Mikro-BHKW-Anlage soll jährlich im „Alten Treppchen“ Strom und Wärme liefern. Elektrisch werden ca. 4000 KWh Strom, thermisch ca. 30000 KWh Wärmeproduktion erwartet.
Einige technische Daten des Pilotprojektes:
Motor: Doppelt wirkender 4-Zylinder-Stirling-Zyklus
Leistung: Elektrisch: 1000W AC bei 220 – 240V. Wärme: Standard-Wärmeleistung 7,5kW und maximale Wärmeleistung 12,5 kW
Jährliche Soll-Laufzeit: 4000 Stunden
Kraftstoff: Erdgas 2H – 2. Gruppe
Gewicht: 137 kg (vj)